Montag, 12. Juli 2010

Flexibilität und Oberbayern

Ich hab mich jetzt eine ganze Weile nicht mehr gemeldet, bin viel herumgekommen, vielen netten Menschen begegnet - manchmal auch nicht - aber ich bin ein offener, freundlicher und neugieriger Mensch und hab meistens Glück. Letzte Woche war ich für einen Tag in Oberfranken - eine schöne, ruhige Gegend voller Schlösser und alter Kultur.

Momentan bin ich in Oberbayern vor den Toren Münchens. Eine Urlaubsregion, wo am Mittwoch (morgen) Phillipp Lahm heiraten wird. Gerade sitze ich auf meinem Bett, den Labtop auf den Knien vor meinem Koffer. Urlaub? Ferien? Es ist Sommer? Neidisch, weil einem die Welt offen steht und man nicht festgelegt ist? Flexibel ist und durch die Welt ziehen kann?

Ich bin hier nicht zum Vergnügen, arbeite gerade an einem Projekt in Süddeutschland und lebe jetzt schon seit einigen Wochen aus dem Koffer. Komme aber immer wieder bei lieben Menschen unter. Man ist überall zu Hause - oder auch nicht - je nachdem. Für einige Tage ist man vielleicht gern gesehen, das vergeht aber schnell. Nichts gehört einem, man muss einiges missen: Dinge, Menschen - mein Bett ist übrigens ein Schlafsofa. Außerdem will ich meinem Gastgeber ja auch nicht zur Last fallen. Und weil ich natürlich noch nicht so ein großes Netzwerk von Freunden und lieben Menschen aufbauen konnte, kann man sich auch nicht immer aus dem Weg gehen, verabreden. Seinen eigenen Rythmus leben, das geht leider nur bedingt.

Was also tun, wenn man spürt, dass man nicht mehr willkommen ist , sich aber auch nicht aus dem Weg gehen kann? Weiterziehen, selbst wenn man bleiben möchte. Und jedes Mal heißt es, Menschen zurückzulassen, vielleicht zu verletzen. Planbar sieht anders aus. Das einzig spannende ist: Wohin verschlägt es mich als nächstes? Wie lange kann ich bleiben?

Deshalb werde ich jetzt auch erstmal wieder in die alte Heimat gehen.

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