Montag, 28. März 2011

Sommertag im März

Gestern war wieder einer dieser wundervollen Tage. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. In der Nacht waren zwar die Uhren umgestellt worden, aber ich konnte ausschlafen und die Minus 5 Grad Celsius in der Nacht haben auch nicht wirklich was ausgemacht. Ein richtiger schöner warmer Sonnen- Sonntag.

Tage wie dieser laden zu Ausflügen ein. Also haben wir uns zu Zweit aufgemacht, um das Emsland zu erkunden. Wir wollten das Moormuseum in Geeste besuchen. Die Hinfahrt war etwas abenteuerlich - auch weil die Hinweisschilder schwer zu finden waren. Und ehrlich gesagt, hat sich die Gegend in den letzten Jahren sehr verändert: Torf wurde abgebaut, Straßen und Ställe gebaut, Kreisel angelegt. Aber nachdem ich mich kurz verfahren hatte, sind wir dann schließlich doch beim Moormuseum angekommen.

Immer wieder spannend was es hier zu sehen und zu erleben gibt: Man kann mit einem kleinen Lorenzug durchs Moor fahren, Planzen und Tiere beobachten. Die Besucher werden informiert, wie das Moor früher abgebaut worden ist und wie es genutzt wurde. Aber auch, wie es urbar gemacht wurde, um dann schließlich die Moorsiedler und ihre Familien ernähren zu können.

Es gibt hier oben ein Sprichwort, welches das harte Leben der Moorsiedler sehr gut beschreibt: Denn ersten sien dod, denn tweden sien not, denn deden sien brod. - Dem ersten der Tod, dem zweiten die Not, dem dritten sein Brot. Es dauerte ungefähr drei Generationen, um von der Siedlungsfläche im Moor einigermaßen gut leben zu können. Häufig war es für die Menschen die einzige Möglichkeit, um Grund und Boden zu erwerben. Und immer eine harte Entscheidung.

Das Museum informiert aber auch über die Urbarmachung des Moores in der jüngeren Geschichte Deutschlands - den sogenannten "Emslandplan". Mussten die ersten Siedler das Moor noch mit ihrer Hände Arbeit urbar machen, standen für die weitläufigen Flächen jetzt Maschinen zur Verfügung, z.B. der Ottomeier-Pflug - einer der größten Pflüge Europas.

Hat man Hunger bekommen, kann man sich imMoormuseums Café von köstlichen Emsländischen Spezialitäten verwöhnen lassen - z.B. leckeres Bauernbrot oder Buchweizen Pfannekuchen. Allerdings hatten wir gestern etwas Pech - das Café hat erst ab dem 1. April geöffnet.
Von solch kleinen Widrigkeiten darf man sich aber nicht abhalten lassen. Denn es gibt noch mehr zu bestaunen. Zum Beispiel kann man ins Bourtanger Moor fahren, oder in ein Moor-Freilichmuseum in Emmer-Comparscum. Wir haben uns eine dritte Möglichkeit gewählt: Wir sind zum Gut Düneburg gefahren. Hier kann man die Seele prima baumeln lassen - aber auch Golf spielen oder wandern.

Ein wirklich schöner Tag und am Abend haben wir dann bei einem Gläschen Wein schön erzählt...

Bei so einem Tag, kann die Uhr von mir aus jede Woche umgestellt werden.

Dienstag, 1. März 2011

Bewerbungsgespräch

Ich hatte heute ein Bewerbungsgespräch. In Frankfurt. Besser in der Nähe von Frankfurt - in Eschborn. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie peinlich sowas werden kann? Obschon gut vorbereitet, habe ich mich heute mehr als schlecht verkauft. Dabei bin ich PR-Expertin, verstehe was von meinem Handwerk. Ich war relativ gut vorbereitet, habe mir einen schicken Anzug angezogen, mich fein gemacht. Und ich war rechtzeitig da, habe mir alles angesehen. Die Firma ist neu und die Mitarbeiter scheinen nett zu sein.

Aber als ich dann im Gespräch sass, kam kein gerader Gedanke aus meinem Mund. Ich wollte zuviel sagen und alles gleichzeitig. Meine Gedanken sind von A direkt nach D gesprungen und meine Zuhörer konnten mir nicht folgen. Genau so war dann auch das Gespräch. Der Personaler war noch relativ frisch in der Firma - sein erster Tag. Und er hat mir dann als Quintessenz aus dem Gespräch den Tipp gegeben, Schlagworte zu benutzen und mich aufs Wesentliche zu beschränken. Und auch der Chef konnte mir nicht folgen. Und wichtige Dinge, die für eine Einstellung relevant sind, wurde ich gar nicht erst gefragt. Zwar hat man mir nicht direkt eine Absage erteilt, aber meine Chancen werden nicht die besten sein. Gut es geht ums Geschäft und darum sich zu verkaufen. Ich hab in der Beziehung einen gebrauchten Tag bestellt.

Auf der anderen Seite kommt es bei PR darauf an neugierig zu machen und zu informieren. Reine Fakten können manchmal ganz schön langweilig und uninteressant sein. Viel schöner und ansprechender werden sie, wenn sie in Geschichten gebettet werden.

Dabei war der Tag in Frankfurt eigentlich sehr schön. Die Sonne hat geschienen, ich habe gleich über die Tourist-Information ein Hotel in Bahnhofsnähe gefunden zu einem relativ guten Preis, konnte dann noch einer älteren Frau beim Fahrkartenkauf helfen. Vorhin war ich bei einem leckeren Chinsen in Bahnhofsnähe was esse und morgen sehe ich mir noch das Mainufer an. Wenn ich schon mal in der Goethe-Stadt bin.