Wann ist man in seiner neuen/alten Heimat angekommen? Das habe ich mich auch gefragt, frage mich noch immer - hin und wieder. Vielleicht wenn man anfängt Kurse zu besuchen. Jetzt hab ich tatsächlich an einem Kurs teilgenommen -Mosaiken in einem Kunstcafé. Ich hatte im letzten Monat zufällig davon erfahren.
Mein erstes Werk sollte eine kunterbunte Vogeltränke werden: Einen ganzen Abend bunte und glitzernde Scherben auf einen Blumenuntersetzer kleben.
Als ich ankam, war bereits alles vorbereitet. Der Untersetzer stand bereit, daneben ein Töpfchen mit angerührtem Fliesenkleber und ein Messer zum Bestreichen. Auch die Fliesen waren zerschlagen und farblich sortiert. Und gleich konnte es losgehen. Das heißt: zuerst kleine Fliesenstückchen, Glasnuggets, Spiegel, Murmeln, Kacheln - oder was man sonst noch so findet - zusammensuchen, auf seinen Teller arangieren und dann einfach anfangen. - Die Masse wie Butter auf die Scherbenrückseiten streichen. Danach aufkleben. Stückchen für Stückchen. Immer mit einem kleinen Zwischenraum.
Das mit dem Einfach loslegen war leichter gesagt als getan. Bei mir landete die Masse zuerst nicht immer da, wo ich wollte - auf der Rückseite der Scherbe. Mit etwas Unterstütung und Tipps - auch von Mit-Machern - hatte schließlich den Teller bunt beklebt. Bunt, weil ich dachte, dass man nicht zwei gleichfarbige Scherben nebeneinander platzieren kann.
Das Schöne an solchen Abenden ist immer, dass man Menschen kennenlernt, Dinge erfährt, die man noch nicht wußte und das Gefühl hat, etwas mehr angekommen zu sein. In meinem Fall - sogar ein neues Handwerk zu erlernen. Auf das Ergebnis bin ich gespannt. http://www.flickr.com/photos/11919764@N06/4884667973/
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