Ich hatte heute ein Bewerbungsgespräch. In Frankfurt. Besser in der Nähe von Frankfurt - in Eschborn. Könnt Ihr Euch vorstellen, wie peinlich sowas werden kann? Obschon gut vorbereitet, habe ich mich heute mehr als schlecht verkauft. Dabei bin ich PR-Expertin, verstehe was von meinem Handwerk. Ich war relativ gut vorbereitet, habe mir einen schicken Anzug angezogen, mich fein gemacht. Und ich war rechtzeitig da, habe mir alles angesehen. Die Firma ist neu und die Mitarbeiter scheinen nett zu sein.
Aber als ich dann im Gespräch sass, kam kein gerader Gedanke aus meinem Mund. Ich wollte zuviel sagen und alles gleichzeitig. Meine Gedanken sind von A direkt nach D gesprungen und meine Zuhörer konnten mir nicht folgen. Genau so war dann auch das Gespräch. Der Personaler war noch relativ frisch in der Firma - sein erster Tag. Und er hat mir dann als Quintessenz aus dem Gespräch den Tipp gegeben, Schlagworte zu benutzen und mich aufs Wesentliche zu beschränken. Und auch der Chef konnte mir nicht folgen. Und wichtige Dinge, die für eine Einstellung relevant sind, wurde ich gar nicht erst gefragt. Zwar hat man mir nicht direkt eine Absage erteilt, aber meine Chancen werden nicht die besten sein. Gut es geht ums Geschäft und darum sich zu verkaufen. Ich hab in der Beziehung einen gebrauchten Tag bestellt.
Auf der anderen Seite kommt es bei PR darauf an neugierig zu machen und zu informieren. Reine Fakten können manchmal ganz schön langweilig und uninteressant sein. Viel schöner und ansprechender werden sie, wenn sie in Geschichten gebettet werden.
Dabei war der Tag in Frankfurt eigentlich sehr schön. Die Sonne hat geschienen, ich habe gleich über die Tourist-Information ein Hotel in Bahnhofsnähe gefunden zu einem relativ guten Preis, konnte dann noch einer älteren Frau beim Fahrkartenkauf helfen. Vorhin war ich bei einem leckeren Chinsen in Bahnhofsnähe was esse und morgen sehe ich mir noch das Mainufer an. Wenn ich schon mal in der Goethe-Stadt bin.
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