Gestern war wieder einer dieser wundervollen Tage. Blauer Himmel und strahlender Sonnenschein. In der Nacht waren zwar die Uhren umgestellt worden, aber ich konnte ausschlafen und die Minus 5 Grad Celsius in der Nacht haben auch nicht wirklich was ausgemacht. Ein richtiger schöner warmer Sonnen- Sonntag.
Tage wie dieser laden zu Ausflügen ein. Also haben wir uns zu Zweit aufgemacht, um das Emsland zu erkunden. Wir wollten das Moormuseum in Geeste besuchen. Die Hinfahrt war etwas abenteuerlich - auch weil die Hinweisschilder schwer zu finden waren. Und ehrlich gesagt, hat sich die Gegend in den letzten Jahren sehr verändert: Torf wurde abgebaut, Straßen und Ställe gebaut, Kreisel angelegt. Aber nachdem ich mich kurz verfahren hatte, sind wir dann schließlich doch beim Moormuseum angekommen.
Immer wieder spannend was es hier zu sehen und zu erleben gibt: Man kann mit einem kleinen Lorenzug durchs Moor fahren, Planzen und Tiere beobachten. Die Besucher werden informiert, wie das Moor früher abgebaut worden ist und wie es genutzt wurde. Aber auch, wie es urbar gemacht wurde, um dann schließlich die Moorsiedler und ihre Familien ernähren zu können.
Es gibt hier oben ein Sprichwort, welches das harte Leben der Moorsiedler sehr gut beschreibt: Denn ersten sien dod, denn tweden sien not, denn deden sien brod. - Dem ersten der Tod, dem zweiten die Not, dem dritten sein Brot. Es dauerte ungefähr drei Generationen, um von der Siedlungsfläche im Moor einigermaßen gut leben zu können. Häufig war es für die Menschen die einzige Möglichkeit, um Grund und Boden zu erwerben. Und immer eine harte Entscheidung.
Das Museum informiert aber auch über die Urbarmachung des Moores in der jüngeren Geschichte Deutschlands - den sogenannten "Emslandplan". Mussten die ersten Siedler das Moor noch mit ihrer Hände Arbeit urbar machen, standen für die weitläufigen Flächen jetzt Maschinen zur Verfügung, z.B. der Ottomeier-Pflug - einer der größten Pflüge Europas.
Hat man Hunger bekommen, kann man sich imMoormuseums Café von köstlichen Emsländischen Spezialitäten verwöhnen lassen - z.B. leckeres Bauernbrot oder Buchweizen Pfannekuchen. Allerdings hatten wir gestern etwas Pech - das Café hat erst ab dem 1. April geöffnet.
Von solch kleinen Widrigkeiten darf man sich aber nicht abhalten lassen. Denn es gibt noch mehr zu bestaunen. Zum Beispiel kann man ins Bourtanger Moor fahren, oder in ein Moor-Freilichmuseum in Emmer-Comparscum. Wir haben uns eine dritte Möglichkeit gewählt: Wir sind zum Gut Düneburg gefahren. Hier kann man die Seele prima baumeln lassen - aber auch Golf spielen oder wandern.
Ein wirklich schöner Tag und am Abend haben wir dann bei einem Gläschen Wein schön erzählt...
Bei so einem Tag, kann die Uhr von mir aus jede Woche umgestellt werden.
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